Meine Erinnerungen an diese erfolgreiche TV-Reihe reichen zurück in die Spielzeit 1977/1978 des Friedrich-Wolf-Theaters in Neustrelitz, als das Fernsehen der DDR eine Szene für einen Film der Reihe „Polizeiruf 110“ im Theaterkeller drehte. Eine ausgelassene Silvesterfeier, viele Leute, viel Bewegung, für mich als Jugendlicher genau mein Ding. Weil ich durch meine Statistentätigkeit am Theater praktisch zur Theaterfamilie gehörte, fragte mich das Künstlerische Betriebsbüro damals, ob ich mitmachen wollte. Was für eine Frage, natürlich wollte ich mitmachen. Einziges Hindernis: meine Schule, denn der Dreh fand tagsüber an einem Wochentag statt. An diesem Tag hätte ich also nicht am Unterricht teilnehmen können. Unser Schuldirektor zeigte sich erstaunlicherweise sehr kooperativ. Vermutlich ließ sich die Unterstützung der Kollegen des Fernsehens an meiner Schule als gesellschaftliche Arbeit verbuchen.
Drehtag war der 1. Dezember 1977. Meine Art der Mitwirkung laut Honorarschein lautete: „Kleindarsteller mit besonderer Darstellung“. Diese bestand darin, den ganzen Tag mit einer Tänzerin des Ballettensembles zu tanzen, immer und immer wieder, stundenlang. Dass davon im fertigen Film nur wenige Sekunden übrig bleiben würden, ahnte ich nicht.
Den Honorarschein des Fernsehens der DDR mit dem ausgewiesenen Bruttohonorar von 44 Mark für den Krimi-Drehtag nahm ich stolz entgegen und fühlte mich dabei, als stünde mir die Welt offen.
Hauptdarsteller Jürgen Frohriep lief als Oberleutnant Jürgen Hübner mehrfach an mir vorbei, zu Gesprächen kam es nicht. Dafür unterhielt ich mich kurz mit Fred Alexander, dem Schauspieler, der in der Zeichentrickserie „Arthur, der Engel“ der Hauptfigur Arthur in der deutschen Synchronisation seine Stimme lieh.
Am 14. Mai 1978 wurde der Film unter dem Titel „In Maske und Kostüm“ im Fernsehen der DDR ausgestrahlt. Erst Jahre nach der Wende sah ich ihn mir an und bildete mir ein, mich für einen Wimpernschlag im Hintergrund erkannt zu haben. Ob ich es wirklich war? Das bleibt für mich ein ungelöstes Rätsel der Fernsehgeschichte.
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